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Lehensrechtliche Stellung


Kaiserburg zu Nürnberg Oft werden Burgen nach der lehensrechtlichen Stellung des Burgherren benannt. Die Kaiserburg in Nürnberg wurde besonders oft von ihren Eigentümern, den Königen und Kaisern des Mittelalters besucht. Eine Reichsburg war von einem kaiserlichen Ministerialen besetzt. Burgen konnten aber auch Sitz eines Territorialherren sein: So war Landshut/Trausnitz eine Herzogsburg oder die berühmte Wartburg der Sitz des Thüringer Landgrafen. Weitere Benennungen solcher Art sind Ministerialen-, Kirchen-, Ordens- oder Allodialburg (Allod: lehensfreies Eigentum).
 
Eine andere Auswirkung des Lehensrechts gibt einem weiteren Burgentyp die Bezeichnung: Eine Ganerbenburg wurde von den Erben eines Burgherren in zwei oder mehrere, voneinander rechtlich unabhängige Teile geteilt. In der Oberpfalz geschah das beispielsweise mit Brennberg, Ehrenfels u.a..
 

Schloss Hellsberg bei Massing mit heute abgegangenem Turmhügel

Grundriss


Vor allem kleinere Burgen werden durch die Besonderheiten ihres Grundrisses charakterisiert. Eine Turmhügelburg oder Motte (Bild: Schloss Hellsberg bei Massing) ist zum Beispiel eine im frühen Mittelalter häufige Niederungsburg, die aus einem aufgeschütteten Hügel mit Palisade und einem darauf stehenden Turm besteht. Eine Wohnturmburg besteht nur aus einem Wohnturm. Weitere, ähnliche Bezeichnungen sind Palasburg, Ringburg, Schildmauerburg.
 

Zweck


Manche Burgen wurden für einen bestimmten Zweck errichtet, der sich von der üblichen Funktion einer Burg absetzt. Zollburgen sollten an wichtigen Wegen die Zolleinnahmen sichern. Belagerungsburgen wurden ganz in der Nähe bestehender Burgen gebaut, um deren Bewohner unter ständigem Druck und permanenter Kontrolle zu halten. Stadtburgen sollten die Herrschaft über eine Stadt sichern usw.
 

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Erstellt 1/2001, aktualisiert 05/2014