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Burgruine Abbach

Bad Abbach, Kreis Kelheim, Niederbayern
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Geschichte


 
Burg Appach bei Apian 1568 Die Burg gehörte ursprünglich wohl den bayerischen Herzögen. Im Jahr 972 soll hier der spätere Kaiser Heinrich II. geboren worden sein, Beweise gibt es dafür keine. Er schenkte die Burg im Jahr 1007 dem Bistum Bamberg, das er gegründet hat. 1119 wird das nahe Kloster Prüfening Eigentümer und lässt die Burg zerstören. Die Pettendorfer, die Grafen von Abensberg und die bayerischen Herzöge werden in der Zwischenzeit als ansässig genannt.

Bayernherzog Ludwig der Kelheimer errichtet bis 1226 eine neue imposante Anlage. 1297 wird sie von den Regensburgern niedergebrannt - sie hatten eine Auseinandersetzung mit den bayerischen Herzögen Stephan und Otto. Später ist Abbach bayerischer Gerichtssitz, wird aber wiederholt verpfändet und verfällt aber ab dem 16. Jahrhundert. Trotzem konnten sich die Abbacher Bürger im Dreißigjährigen Krieg dort noch im Jahr 1632 erfolgreich gegen Angreifer verschanzen. Der Abriss aller Gebäude folgt ab 1803 - bis auf den Bergfried, der in den 80er Jahren umfassend restauriert wird.


Beschreibung


 
Grundriss Das heutige Heilbad Abbach südwestlich von Regensburg beherbergte auf einer abgeplatteten Erhebung mitten im Ort eine der frühesten Burgengründungen der Gegend. Heute zeugen von dieser besonderen Stellung nur einige Mauerreste und der beeindruckende Bergfried im Zentrum der großen Anlage.

Der Zugang im Südwesten war durch einen Halsgraben und einen Torturm geschützt, von dem nichts übrig ist. Links der Eingangs wurden die Grundmauern eines Wohngebäudes ergraben, es ist im Grundrissplan leider nicht eingezeichnet. Auf den Abbildungen aus dem 16. und 18. Jahrhundert scheint das Haus noch intakt. Laut eines Saalbuchs hatte dieses Pflegerhaus im Untergeschoss Stallungen, im Erdgeschoss Stube und Küche, darüber eine Kinderstube sowie weitere Kammern und unter dem Dach einen Getreidespeicher.

Die Ringmauer, von der heute nur noch Erhebungen im Boden sichtbar sind, war einst 2,50 breit und mit einem umlaufenden Zinnenranz ausgestattet. Das sehr große Areal, dass von ihr umschlossen wird, lässt vermuten, dass Abbach ursprünglich eine Fliehburg aus dem frühen Mittelalter oder gar germanischer Zeit war.

Der runde Bergfried - auch Heinrichsturm genannt - ist aus kleinformatigen Buckelquadern erbaut und stammt von Anfang des 13. Jahrhunderts, als die mittelalterliche Burg erneuert wurde. Kaiser Heinrich II. hat ihn also sicherlich nie betreten. Der Turm ist aber außergewöhnlich aufwändig ausgeführt: 4 Meter dicke Mauern aus Grünsandstein und Kalksteinen, einen rundbogigen Eingang in 10 Meter Höhe, der heute über eine Eisentreppe zu erreichen ist. Auf Höhe des Eingangs sprint die Mauer etwas zurück, was durch einen schönen steinernen Sims baulich elegant gelöst ist. Die Kammer im Inneren hat ein helmförmiges Rippengewölbe. Darüber liegt eine weitere Kammer in ähnlicher Ausführung, die augenscheinlich nur durch einen weiteren Hocheingang zugänglich ist - was meines Wissens in Bayern einzigartig ist. Der Turmabschluss mit Zinnenkranz stammt aus neuester Zeit. Zugänglich ist der Bergfried nur zu besonderen Anlässen wie dem Tag des offenen Denkmals.

Auf einer Terrasse unterhalb der Burg ist die Pfarrkirche und ein Friedhof gelegen. Vielleicht der Standort der ursprünglichen Burgkapelle. Der Friedhofsparkplatz am Ende des Franz-Held-Wegs ist heute Ausgangspunkt für die Erkundung des Areals.
 

Wandgemälde von Donauer 1586


 
Abbildung von Donauer 1586

 

Stich von Wening 1704


 
Stich von Wening 1704

 

Bergfried


 
Bergfried

 

Pflegerhaus


 

 

Karte


 


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*Bewertung: beeindruckender Bergfried, aber selten zugänglich
 
Weitere Informationen:
Burg Abbach auf Wikipedia
Abbach im Haus der Bayerischen Geschichte


Erstellt 12/2014.