Gemeinde Rennertshofen, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, Oberbayern
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Geschichte und Beschreibung
Schon 1065 wird der Ort in einer Urkunde genannt, er gehört wohl den Grafen von Lechsgemünd. Diese hatten große Besitzungen im Sualafeldgau - dem Gebiet um die heutige Gemeinde Marxheim an der Mündung des Lechs in die Donau, aber auch im Alpenraum. Nach der Zerstörung ihrer Stammburg Lechsend durch die Regensburger 1248 zogen sie um ins nahe Graisbach. Hütting selbst war wohl ursprünglich Eichstätter Besitz.
Im Namen der Grafen regiert das Ministerialengeschlecht der Hüttinger auf der Burg, 1230 wird Anselm genannt, 1253 ein Berchthold "genannt Hutinger". Sophie von Hüttingen ist 1342 Äbtissin in Kloster St. Walburg in Eichstätt. Zu dieser Zeit sterben die Grafen von Lechsgemünd aus, ihr Besitz in Huetting wird bayerisch und mehrmals verpfändet. Die Burg fällt 1421 dem "Bayerischen Krieg" zum Opfer, in dem sich die Wittelsbacher Ludwig VII. von Ingolstadt und Heinrich XVI. von Landshut befehdeten. Sie wird nicht wieder aufgebaut und dient den Dorfbewohnern als Steinbruch. Die Huettinger waren schon 1366 nach Ammerfeld umgezogen und auch in Aicholding bei Riedenburg und in der Stadt Dollnstein im Altmühltal präsent. Der letzte Hüttinger Thomas starb 1550.
Das kleinräumige Burggelände liegt spektakulär auf einem Kalkfelssporn, der in das weite Urstromtal der Donau hineinragt. Es ist durch einen heute großteils verfüllten Halsgraben vom Plateau abgetrennt. Einziger aufgehender Rest ist eine 8 Meter hohe und 1 Meter starke Mauer des Palas aus Bruchsteinen, die direkt am Fels ansteht. Das Gebäude war wohnlich ausgebaut, wie ein in der Mauer verlaufender Kaminabzug erkennen lässt und stammt wohl aus der Zeit um 1300.