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Burgruine Kallmünz

Landkreis Regensburg, Oberpfalz
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Ansicht vom Tal


Lage und Zugänglichkeit


 
Reste des Tores (Zum Vergrößern anklicken!)
Kallmünz liegt etwa 23 km nordwestlich von Regensburg. Von der B 8 Richtung Neumarkt führt der Weg in Etterzhausen nach rechts Richtung Burglengenfeld. Über die Autobahn A 3 erreicht man Kallmünz von der Ausfahrt Beratzhausen aus.
 
Mehrere Fußwege führen vom Ort zur Burg hinauf. Die Anlage ist ganzjährig begehbar, der Bergfried aber leider verschlossen. Sonn- und Feiertags öffnet in den Sommermonaten ab 13 Uhr ein Burgcafe, dann kann auch die einzigartige Aussicht vom Bergfried bewundert werden. Mehr unter http://www.burg-kallmuenz.de/.


Geschichte


 
Bergfried (Zum Vergrößern anklicken!) Eine ausgedehnte vorgeschichtliche Anlage (ca. 50 ha) beweist, dass der Sporn zwischen Naab- und Vilstal schon früh für die Verteidigung genutzt wurde. Sie besteht aus einem äußeren Abschnittswall aus der mittleren Bronzezeit (evtl. um 1600 v. Chr.) und einem heute noch hoch aufragenden, inneren Abschnittswall aus der Zeit der Kelten (evtl. Latènezeit um 500 v. Chr.). Siedlungszeugnisse finden sich aus allen Perioden seit der Steinzeit.
 
Die Burg wird im Jahr 1255 als bayerischer Besitz in einer Chronik genannt, ein Ministeriale namens Hugo von Kallmünz ist 1271 fassbar. Das passt zum Baubestand, der in die Mitte des 13. Jahrhunderts weist.
 
1344 wird die Burg von Kaiser Ludwig dem Bayern erst an Regenburg, dann an Thüringen und an Hessen verpfändet. Wenig später geht die Burg an die Pfalz und kann erst 1459 von den Oberbayern wieder eingelöst werden. Die Freude daran währte nicht lange: 1504 setzen pfälzische Truppen die Burg während des Landshuter Erbfolgekriegs in Brand. Der Friedensschluss 1505 bringt Kallmünz in die Hand des neu gegründeten Herzogtums Pfalz-Neuburg. Noch einmal in Stand gesetzt, folgt das endgültige Ende im Dreißigjährigen Krieg: Erst wurde sie von den Kaiserlichen geplündert, dann von den Schweden 1641 in Brand gesteckt. Seitdem ist sie Ruine geblieben, die als Steinbruch genutzt wurde und erst Ende des 19. Jahrhunderts im Bestand gesichert wurde. Weitere sichtbare Ergänzungen im 20. Jahrhundert.


Beschreibung


 
Grundriss Kallmünz
Kallmünz liegt in beherrschender Lage über dem Zusammenfluss von Naab und Vils. Die relativ große Anlage wird an zwei Seiten von Felswänden begrenzt, die dritte, dem Plateau zugewandte Seite schützt ein heute relativ flacher Halsgraben mit Zwinger und Mauertürmen, die aus Bruchsteinen bestehen und erst im 15. Jahrhundert angefügt wurden. Die eindrucksvolle Ringmauer ist fast vollständig erhalten. Sie ist wie der Bergfried und der Palas mit kleineren, grob behauenen Kalksteinquadern verblendet. Im Süden, Ort und Hang zugewandt, befindet sich ein zusätzlicher, mit einem kleinen Torbau geschützter Ausgang.
 
Man betritt die Burg durch das Torgebäude im Norden, dessen Bogen in neuerer Zeit ergänzt wurde. An der Vorderseite des Tors lassen sich noch Rinnen für ein Fallgatter erkennen. Westlich anschließend sind innen überwucherte Fundamente von Nutzgebäuden zu sehen. Etwas aus dem Zentrum der großflächigen Anlage gerückt steht der mächtige, runde Bergfried mit 20 m Höhe und 2,3 m Wandstärke. Der rundbogige Eingang liegt in ca. 8 m Höhe. Das Gemäuer besteht aus mittelgroßen Kalksteinquadern, die in regelmäßigen Reigen gelegt sind. Das oberste Geschoss mit größeren Fensteröffnungen ist nicht mehr in voller Höhe erhalten.
 
Arkadenfenster (Zum Vergrößern anklicken!) An der geschützten Südostseite direkt über der Felswand liegt der zweigeteilte Palas und die Kapelle. Die schönen, rundbogigen Arkadenfenster im Obergeschoss des Palas haben teilweise romanische Mittelsäulen mit Würfelkapitell. Daneben existieren aber auch spitzbogige Arkadenfenster der frühen Gotik. Die Kapelle ist im Untergeschoß ebenfalls mit kleinen Spitzbogenfenster bestückt. Kunsthistorisch lässt sich deshalb die Entstehungszeit der heute sichtbaren Burg auf die erste Hälfte des 13. Jahrunderts eingrenzen. Die Architekten gingen mit der "Mode" und vollzogen den Stilwechsel von der Romanik zur Gotik im fortlaufenden Bau.
 
Der Palas hat einen unregelmäßigen, mehreckigen Grundriss und ist in der Mitte durch eine Scheidemauer geteilt, auf der das Dach saß. An den Innenwänden des Gebäudes finden sich Balkenlöcher, an denen man die Stockwerkseinteilung gut ablesen kann. Es gab 2 Stockwerke mit Küchen und Vorratsräumen, im obersten Geschoss lagen zwei größere "Rittersäle", die durch einen rundbogigen Durchgang verbunden sind.
 
 

Wissenswertes


 
Die Burgruine über dem Ort (zum Vergrößern anklicken!) Der idyllische Ort Kallmünz am Fuss des Berges hat sich sein mittelalterliches Aussehen mit Brücke und engen Gassen weitgehend bewahrt und ist mit Sicherheit einer der romantischsten Orte der Oberpfalz. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts ließen sich hier berühmte Maler zu Gemälden inspirieren, unter ihnen Gabriele Münter und Wassily Kandinsky. Kurios ist das in die Felswand eingebaute Haus, das direkt unterhalb der Burgruine liegt.

In Kallmünz startet der Naabtaler Burgensteig, der die Ruine mit der sehenswerten Burg Wolfsegg und den Burgställen Lichtenroth und Löweneck verbindet und weiter bis Etterzhausen führt.

Weitere Bilder

Bergfried

Palas

Kapelle Innenwand

Palas

Mauerturm

 


Karte


 


Skalierbare Karte auf openstreetmap.de:
http://openstreetmap.de/karte.html?zoom=16&lat=49.16032&lon=11.95654&layers=B000TT



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***Bewertung: Tolle Anlage, schön gelegen!
 
Literatur:
Boos, A.: Burgen der südlichen Oberpfalz
R. Sandner, A. Boos: Kallmünz (Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 44), S. 129.

Weitere Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Burgruine_Kallm%C3%BCnz
http://www.hdbg.eu/burgen

Erstellt 11/2001, aktualisiert 07/2012.