Burgruine Randeck
Gemeinde Essing, Landkreis Kelheim, Niederbayern
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Geschichte
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Schon im 11. und 12. Jahrhundert tauchen Adelige mit dem Zusatz "von Essing" in Urkunden auf, eine eindeutige Verbindung mit der Burg Randeck aber ist nicht beweisbar. Erst 1224 ist mit Heinrich von Randeck als Ministeriale des Grafen von Abensberg ein gesicherter Besitzer genannt. In den folgenden Jahren werden die Abensberger Grafen Ulrich I., II. und III. als Eigentümer genannt, die aber wahrscheinlich dort nicht residierten, sondern sie weiterhin an Ministerialen ausgaben. Die Burg selbst erscheint erst 1326 in einer Urkunde.
Mit dem Aussterben der Abensberger 1485 geht die Burg an die Wittelsbacher Herzöge, die sie 1529 an ihren Kanzler Leonhard von Eck ausgeben, danach wechseln die Besitzer. Zerstörung 1634 durch die Schweden, 1672 mit der Burg Prunn bei den Jesuiten, später den Maltersern. Einsturz 1838, direkt danach Sicherungsmaßnahmen durch König Ludwig I., weitere Renovierungen im 20. Jahrhundert.
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Beschreibung
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Burgruine Randeck liegt nahe den Burgen von Riedenburg und Prunn über dem kleinen Markt Essing auf einem Felsen über dem Altmühltal. Von der riesigen Anlage, die noch bei Merian abgebildet ist, sind heute noch umfangreiche Reste der kleinen Kernburg zu sehen. Über einen L-förmigen Halsgraben mit Abmauerungen an den Enden führt eine Holzbrücke zum Tor aus der frühen Neuzeit. Darüber heute noch ein Spruch zu erkennen: "Wenn Gott die Burg nicht mehr bewacht, bewacht sie niemand mehr", er stammt vom ehemaligen Besitzer Leonhard von Eck. Reste einer Zugbrücke sind noch zu erkennen. Das Torgebäude mit Turm rechts besteht aus lagerhaften Bruchsteinen mit Eckquaderung und ist vielleicht dem 14. Jahrhundert zuzurechnen.
Der heutige Burghof war sehr eng bebaut. Von den Gebäuden steht heute noch die hohe Ringmauer, die wohl wie der Bergfried aus der Entstehungszeit im späten 13. Jahrhundert stammt. Sie folgt nicht wie üblich der unregelmäßigen Form des Felsens, sondern lässt nach Norden ein Stück als Zwinger stehen, damit sie gerade ausgeführt werden konnte. Die Mauer ist zum Zugang und nach Norden in sorgfältigen Kalkstein-Quadern mit vereinzelten Buckelquadern ausgeführt. Die Massivität und die fehlenden Öffnungen lässen an eine Art Mantelmauer denken. Obendrauf wurde später ein Mauerteil aus Bruchsteinen mit Fensteröffnungen aufgesetzt. Nach Norden ist in moderner Zeit nach außen eine Öffnung zum Bergfried hineingebrochen worden.
Außen an die Mauer ist zum Bergplateau hin vorspringend der sehr ungewöhnliche Bergfried mit trapezartigem Grundriss und rundem Abschluss angesetzt. Er war nur durch den Zwinger im Norden zugänglich, ist ebenfalls aus regelmäßigen, mittelgroßen Kalkstein-Quadern erbaut. Der spitzbogige, kleine Eingang liegt sehr hoch, die Grundfläche ist 8,5 x 9m, die Mauerstärke 1,5 m. Das oberste, verputzte Stockwerk mit Zinnenkranz ist eine romantische Zutat aus dem 19. Jahrhundert.
Zum Plateau hin gibt es noch eine kleine, ummauerte Vorburg, in der ein großes Speicher- oder Wirtschaftsgebäude aus dem 16. Jahrhundert zu finden ist. Auf dem Stich ist dort ein großer Turm mit Zeltdach abgebildet - unklar ob es ein Torturm oder der Turm einer Kapelle ist - von ihm ist heute nichts mehr zu sehen.
Um in die Burg zu gelangen muss man bei dem Haus gegenüber des Tors klingeln. Gegen Eintritt wird man eingelassen, in den Sommermonaten finden auch Führungen statt.
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Vorburg mit Wirtschaftgebäude
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Karte Bayernatlas
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