Siedlungszeugnisse gibt es auf dem Burgberg schon ab der Bronzezeit, eine erste
Burganlage existierte im 9. Jahrhundert n. Chr.. Ab dem 10. Jahrhundert war
Vohburg Sitz der Grafen des Donaugaus, die wichtige Reichsämter innehatten: 958
erscheint Arnold als Graf, 985 sein gleichnamiger Sohn. 1081 erbt der damalige
bayerische Pfalzgraf Rapoto von Cham die Burg.
Weil der kinderlos bleibt, erbt 1120 sein Neffe Diepold III. Markgraf von
Nabburg seine Besitzungen. Er hatte als Markgraf von Cham und Nabburg und Graf
von Vohburg eine fast einzigartige Machtstellung in Bayern und belehnte
zahlreiche Ministerialen im Oberpfälzer Wald und dem Egerland mit Burgen.
Diepold war als wichtiger Anhänger des letzten salischen Kaisers Heinrich V. zu
bedeutener Macht aufgestiegen. Er gründete 1118 das Kloster Reichenbach am Regen
(links das Reichenbacher Wappen mit dem Diepoldinger Drachen) und 1133 das
Zisterzienserkloster Waldsassen. Höhepunkt seiner Macht war die Heirat seiner
Tochter Adela mit Friedrich von Schwaben, dem späteren Kaiser Friedrich I.
Barbarossa im Jahr 1147 - allerdings wurde die Ehe nach 6 Jahren wegen
Kinderlosigkeit wieder geschieden.
Diepolds Enkel Markgraf Berthold II. stirbt 1204 kinderlos, der bayerische
Herzog Ludwig der Kelheimer beansprucht das Erbe mit Gewalt gegen Bertholds
verbleibende Verwandte. 1246 heiratet der letzte Staufer-König Konrad IV. auf
der Vohburg die Wittelsbacherin Elisabeth, stirbt aber wenige Jahre später. 1316
wird die Burg von Ludwig dem Bayern im Kampf gegen seinen Bruder Rudolf zerstört. Sie wird wieder aufgebaut an die Hohenzollern zu Nürnberg verpfändet, das herzogliche Machtzentrum verlagert sich danach ins nahe Ingolstadt.
1414 Wiederaufbau durch Herzog Ernst von Bayern-München. Sein Sohn Albrecht III.
soll hier 1432 seine bürgerliche Frau Agnes Bernauer geheiratet haben, heute
wird diese These allerdings bezweifelt. Endgültige Zerstörung der Vohburg 1644
im Dreißigjährigen Krieg und danach Nutzung als Steinbruch. 1809 machte Napoleon auf der Burg Station bei seinem Feldzug gegen die Österreicher, er übernachtete im Pflegschloss.
Beschreibung
Von der einst dicht bebauten, riesigen Burg, die in ihrer Anlage an die Burg in Lengenfeld erinnert, sind nur wenige mittelalterliche Reste erhalten, vor allem der Ringmauer und der doppelten Durchfahrt des Tors
aus dem 15. Jahrundert mit dem ältesten bayerischen Wappen aus dem Jahr 1477.
Links davon ein großer Ringmauerrest aus Kleinquadern mit einem halbrundem Turm,
der noch aus der Blütezeit der Burg um 1100 stammen könnte. Auf diesen Mauerrest
wurde in neuerer Zeit ein rekonstruierter Wehrgang aufgesetzt. Die Ringmauer ist in verschiedener Höhe fast vollständig erhalten und zeigt in den unteren Bereichen oft kleine Quader. Der quadratische
"Bergfried" am Eingang ist dagegen ein Wasserturm aus dem Jahr 1959.
Grabungen haben einen großen Wohnturm neben der Kirche und einen weiteren im
Zentrum nachgewiesen, außerdem viele Wohn- und Handwerkerhäuser aus Holz. Die im Ursprung
romanische Kirche wurde 1697 neu aufgebaut. Das Pflegschloss stammt aus dem Jahr
1721.
Zeichnung von Jost Ammann (1560)
Ansicht von Süden
Tor (15./17. Jh.) und Wasserturm (1959)
Tor von innen
Pflegschloss (1721) und rekonstruierte Wehrmauer
Friedhof und Wasserturm
Karte Bayernatlas
**Bewertung: riesig, aber nur wenig mittelalterliche Bausubstanz erhalten.