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Burgruine Linden

Gemeinde Geiersthal-Linden, LK Regen, Niederbayern
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Reste des Bergfrieds

Geschichte


 
Burg Linden bei Apian 1568 Die Burg Linden entstand im ehemaligen Karolingerwald auf Gebiet des Klosters Metten, dessen Vögte die Grafen von Bogen waren. Sie wurde durch einen ihrer Ministerialen wohl noch im 12. Jahrhundert gegründet. Linden fiel mit dem Erbe der Grafen 1242 an die Wittelsbacher, die den Hof in ihrem Herzogs-Urbar von 1301 erwähnen, zusammen mit zugehörigen Wiesen und Wäldern am Riedberg.

Die Burg wechselte bei den bayerischen Erbteilungen munter hin und her und wurde 1430 sogar zeitweise Sitz des Landgerichts. Die Burg selbst gaben die Herzöge an verschiedene Pfleger aus, unter anderem 1373 an Eberhard Nussberger, und 1455 an Hans Nussberger zu Kollnburg. 1468 nehmen die aufständischen Ritter des Böcklerbundes die Burg ein, doch Herzog Albrecht IV. erobert sie noch im gleichen Jahr zurück, wodurch sie stark beschädigt wurde. Neuer Besitzer wurde Konrad Nussberger, der sie danach mit seinen Pflegern besetzte. Nachdem sich die Nussberger 1489 am Aufstand der Löwler beteiligt hatten, erzwang der Herzog den Verkauf von Linden an den Viechtacher Landrichter Niklas Frühtrunk.

Wappen der Degenberger
1518 erwarb dann Hans VI. zu Degenberg zu Weißenstein die Burg von den Erben und errichtete dort 1548 eine große Brauerei für Weißbier, wofür er ein herzogliches Monopol besaß, das auch noch seinen Nachkommen großen Ertrag bringen sollte. Die Degenberger hatten in Linden aber nur die niedere Gerichtsbarkeit inne. 1602 starb der letzte Nachfahre Hans VIII. Siegmund und die Hofmark Linden samt einträglicher Brauerei ging nach komplizierten Rechtsklärungen per Kauf zurück an die Wittelsbacher, die sie zum Sitz eines Pfleggerichtes machten. Das Gericht und Bräuamt umfasste insgesamt 83 Höfe und brachte Einnahmen von 846 Gulden. Ab 1745 gingen Pfleger und Brauerei nach Viechtach und Linden verlor damit jede Bedeutung. Die Burggebäude gingen in einem privaten landwirtschaftlichen Anwesen auf.


Beschreibung


 
Die Burg liegt nicht auf einer Erhebung, sie wurde wohl an diesem Ort zum Schutz einer alten Handelsstraße nach Böhmen errichtet, der heutigen B85 zwischen Regen und Viechtach. Sie liegt am südwestlichen Rande des Ortes und soll ursprünglich durch einen umlaufenden Wassergraben geschützt gewesen sein, von dem nichts mehr zu sehen ist. Vor allem der Stumpf des Bergfrieds steht heute noch, fast angelehnt an ein neuzeitliches Stallgebäude. Er hat einen quadratischen Grundriss, 7,5 m Seitenlänge und 1,5 m Mauerstärke. Die lagerhaft bearbeiteten Bruchsteine aus Granit werden an den Ecken mit Buckelquadern verstärkt. Durch Einsturz ragt der Bergfried nur noch zur Hälfte und schräg abgeschnitten auf.

Vor dem Stall, dessen Fenster (vermutlich historisierende) gotische Formen aufnehmen, gibt es noch einen runden Brunnen, der aus der Burg stammen könnte. Das große Hofgebäude mit dem Dachreiter entstand noch vor dem 18. Jahrhundert, es ist beim Stich von Wening aus dem Jahr 1726 schon da. Damals stand auch noch ein zweiter Turm, vielleicht ein Torturm, der mit dem Bergfried durch eine Mauer verbunden war, er ist auch auf dem Kartenausschnitt zu erkennen. Der Bergfried selbst ist damals schon beschädigt und wurde wohl erst in neuester Zeit gesichert. Das Areal ist privater Besitz, nur mit Erlaubnis zu betreten.
 


Ausschnitt aus Wening 1726


Ausschnitt aus dem Stich von Wening


Ortsansicht mit Brauerei und Bierfasswagen, Wening 1726


Ortsansicht von Wening 1726


Bergfried


Bergfried


Hofgebäude und Burgbrunnen


Hofgebäude und Burgbrunnen


Stallgebäude vor dem Bergfried


Stallgebäude


Karte Bayernatlas



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*Bewertung: interessant, aber wenig erhalten
 
Weitere Informationen:
Wikipedia: Burgruine Linden
Historischer Atlas von Bayern: Viechtach, S. 394 ff.


Erstellt 1/2026