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Burgruine Ehrenfels

Gemeinde Beratzhausen, Landkreis Regensburg, Oberpfalz
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Südlicher Mauerturm mit Ringmauerresten


Lage und Zugänglichkeit


 
Südlicher Mauerturm von Osten
Ruine Ehrenfels liegt nahe der Stadt Beratzhausen 20 km nordwestlich von Regensburg. Man erreicht es von der gleichnamigen Autobahnausfahrt der A 3. In Beratzhausen rechts entlang der Bahnlinie Richtung Parsberg. Kurz nach dem Ortsende liegt die Ruine links jenseits der Bahnlinie auf einem Hügel, kurz nach der Bahnunterführung kann man das Auto abstellen. Dort führt ein Wanderweg in einem Bogen linksherum den Berg hinauf. Oben zweigt ein Weg direkt in die Burgruine ab.
 
 

Geschichte


 
Wappen der Ehrenfelser
Die erste Nennung des Geschlechts erfolgt im Jahr 1256: "Chunradus de Ernvels" ist nahe verwandt mit den Hohenfelsern, sein Wappen ist schlicht eine Umkehrung des Hohenfelser Wappens. Diese sind ein mächtiges Ministerialengeschlecht der Regensburger Bischöfe. In der Folge tauchen die angesehenen Ritter aus Ehrenfels als enge Berater des Bischofs von Regensburg und später auch als Lehensmäner der bayerischen Herzöge auf - eine Doppelvasallität, die sie für ihren Aufstieg zur Unabhängigkeit nutzen konnten. Ende des 13. Jahrhunderts sind die Ehrenfelser auch auf Helfenberg bei Velburg nachweisbar, Anfang des 14. Jh. verdingen sie sich bereits als unabhängige Söldner für den Bischof und haben Vogteirechte am bedeutenden Kloster Kastl inne. Trotz ihrer Bedeutung konnten sie den gesellschaftlichen Abstieg aber nicht aufhalten. 1335 müssen die Ehrenfelser die Burg wegen hoher Verschuldung an Kaiser Ludwig den Bayern verkaufen, der sie an Dietrich von Stauf weitergibt.


Kartenausschnitt bei Apian 1568 Die Staufer sind ein Geschlecht von Reichsministerialen aus Stauf bei Heideck. Dietrich verlegt seinen Sitz sofort nach Ehrenfels. 1416 erobern die Reichstädter aus Regensburg die Burg, um sich gegen die ständigen Übergriffe der Staufer zu wehren. Sie müssen die Burg nach einem rechtskräftigen Urteil jedoch wieder instandsetzen, die Bauleitung hat Dombaumeister Wenzel, der die Burg an die moderne Waffentechnik anpasst.

Die Staufer zu Ehrenfels setzen Ihren Aufstieg indessen fort: 1465 werden sie in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Sie bekleiden hohe Ämter bei den bayerischen Herzögen: 1477 ist Johann Stauf Viztum (etwa: herzoglicher Stellvertreter) in Niederbayern. Später geraten sie aber in Gegensatz zum Wittelsbacher Herzog und müssen dafür bezahlen: 1492 zerstört Albrecht IV. von Bayern Burg Ehrenfels, weil Hieronymus und Bernhardin Staufer maßgeblich am Ritteraufstand des Löwlerbundes beteiligt waren. Der letzte Staufer verkauft die Herrschaft schließlich 1568 an das Herzogtum Pfalz-Neuburg. Die Festung verfällt zusehens, endgültige Zerstörung 1635 im 30jährigen Krieg. Danach wurde die Ruine als Steinbruch für das nahegelegene Beratzhausen genutzt.
 
 

Beschreibung


 
Grundriss Ehrenfels


Ehrenfels liegt auf einer Bergkuppe und ist mit einem eindrucksvollen Grabensystem ausgestattet. Der umlaufende, breite Graben ist mindestens 6 m tief. Die dem Plateau zugewandte Seite im Süden wird durch einen zusätzlichen, vorgelagerten Graben gesichert. Auf dieser Seite war wahrscheinlich eine ausgedehnte Vorburg gelegen. Der Eingang mit einfachem Tor ist über eine aufgeschüttete Rampe zu erreichen und durch einen starken runden Mauerturm (heute nur noch Stumpf) gesichert. Ein weiterer rechteckiger Mauerturm liegt im Norden, der nebenstehende Grundriss ist hier falsch, dort ist ein runder eingezeichnet.
 


Ehrenfels 1598 Rätselhaft und ungewöhnlich scheint die Zweiteilung der sechseckigen Kernburg durch einen tiefen Graben in der Mitte. Sie entstand angeblich durch eine Erweiterung der Anlage im späten Mittelalter. Auf der Höhe des Mittelgrabens im Süden der dritte, am besten erhaltene runde Mauerturm mit Eingang in ca. 2 m Höhe und in der Mauer verlaufender Treppe. Die Basis aus Buckelquadern ließe auf eine Entstehung um 1200 schließen, doch weiter oben liegende Schießscharten für Gewehre widersprechen dieser Vermutung. Im Rahmen des Wiederaufbaus 1416 sind wohl die Steine von einem abgetragenen Bergfried für den Neubau dieses Mauerturms verwendet worden.
 
Der Palas lag in der östlichen Hälfte, heute sind davon nur noch eine niedrige Mauer und überwucherte Fundamente übrig. Die Anlage soll laut Quellen einmal sieben Türme besessen haben, doch von separatem Bergfried und mehreren Tortürmen ist heute nichts mehr zu sehen.
 
 

Wissenswertes


 
Reste des Palas
Burgruine Ehrenfels liegt an einer malerischen Strecke entlang der Schwarzen Laber, die sich hervorragend für (Rad-)Wanderungen eignet. Durch das Labertal führt ein Burgensteig, der die Burgruine mit den Burgen Laaber und Loch verbindet.
 

Karte


 


Skalierbare Karte auf openstreetmap.de:
http://openstreetmap.de/karte.html?zoom=15&lat=49.10214&lon=11.79052&layers=B000TT
 

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**Bewertung: Interessante Anlage, aber nur einige Reste erhalten
 
Weitere Informationen und Bilder bei
www.burgenwelt.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Ehrenfels_(Bayern)

Literatur:
A. Boos: Burgen im Süden der Oberpfalz
F.W. Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters
U. Pfistermeister: Burgen der Oberpfalz
H. Rädle, G. Enzmann: Burgen und Burgställe im Landkreis Neumarkt


Erstellt 1/2001, aktualisiert 1/2014.