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Burgruine Loch

Eichhofen, Gemeinde Nittendorf, Landkreis Regensburg, Oberpfalz
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Ruine Loch bei Eichhofen


Lage und Zugänglichkeit


 
Bergfried
Loch liegt wenige Kilometer westlich von Regensburg nahe Nittendorf. Am besten erreicht man es, wenn man von der A3 die Abfahrt Sinzing nimmt. Von dort weiter bis Alling, rechts dem Tal der Schwarzen Laber folgen und immer am Fluss entlang bis Eichhofen. Der Ortsteil Loch und die gleichnamige Burgruine liegen gegenüber Eichhofen an einem Hang über dem Fluss. Bis auf die Höhe der Ruine führt ein steiler, aber befahrbarer Weg, den man dann nach rechts zu Fuß verlassen muss. Ein Schild verbietet das Betreten wegen Baufälligkeit.
 

Geschichte


 
Ausschnitt aus einer Bildkarte von 1718
Die Burg Loch wurde wahrscheinlich von den Rammelsteinern, den Herren eines nahegelegenen Gutes, erbaut. Sie werden im 12. Jh. zum ersten Mal genannt und waren Ministerialen der Burggrafen von Regensburg und später der bayerischen Herzöge. Die Rammelsteiner waren fleißige Turnierkämper: 1165 sind sie in Zürich, später in Heidelberg und Regensburg vertreten. Ihre Burg in Loch dürfte aber erst nach 1300 zum Schutz eines Eisenhammerwerks im Laabertal entstanden sein. Ein "Hugo vom Loch" wird in dieser Zeit in einem Lehenbuch des Regensburger Klosters St. Emmeram genannt.

Jakob Rammelsteiner vom Loch macht Karriere und ist 1388 Landrichter in Sulzbach und 1413 Hofmeister beim Ingolstädter Herzog Ludwig dem Gebarteten. Seine Nachfahren Dietrich und Wolfgang (+1485) beteiligen sich an den Ritteraufständen der Böckler und Löwler, was der Familie aber keine nachhaltigen Schaden einbringt. Die Burgherren erlangen nach 1500 auch die Herrschaft über das nahe Schloss Eichhofen, das direkt gegenüber der Ruine am anderen Ufer der Laaber liegt.

Als 1556 der letzte Rammelsteiner Sebastian stirbt, geht die Anlage 1573 nach langen Erbstreitigkeiten an seinen Neffen Wolf Heinrich Sauerzapf. Die Sauerzapfs geben sie spätestens 1625 als Sitz auf und residieren im bequemeren Schönhofen. 1714 verebt der letzte Sauerzapf Christoph die Burg Loch schon als Ruine an das Karthäuserkloster Prüll in Regensburg. Nach der Säkularisation an die Grafen von Oberndorf, heute herrenlos und damit dem Freistaat zugehörig. In letzter Zeit versucht ein Förderverein den Verfall der einzigartigen Anlage aufzuhalten.



Beschreibung


 
Grundriss Loch
Die ehemalige Burg Loch bietet, obwohl sie geschichtlich unbedeutend geblieben ist, viele interessante Besonderheiten. Die Form der Höhlenburg ist extrem selten, weitere Exemplare gibt es in Bayern nur noch zwei Mal in Oberaudorf und in Stein an der Traun. Dazu kommt, dass man sich bei Loch nicht auf eine Höhlenburg beschränkte, sondern vor einer Steilwand ein größeres, abschüssiges Areal in die Burg einbezog. Der Zugang lag im Norden, wo ein noch heute gut sichtbarer Graben die Burgterrasse abtrennt. Ein Torbau mit Zugbrücke ist auf der aufschlussreichen Darstellung von 1718 gut zu erkennen, ebenso die Wohngebäude, die sich vor mehreren Höhlenräumen an die Steilwand im Osten anlehnen.

Am Südende der Terrasse steht noch heute der gut erhaltene Bergfried mit 23 Metern Höhe. Er hat 2 m starke Mauern, einen Aborterker mit erhaltenem Lochbrett und größere Fenster im obersten Geschoß. Die Entstehung der Bauten wird oft ins 12. Jahrhundert verlegt. Die bauliche Ausführung des aus grob behauenen Bruchsteinen gebauten Bergfrieds, der mit großen Fenstern und Aborterker relativ wohnlich gestaltet war, entscheidet aber eindeutig für das 14. Jahrhundert. Die frühere Zeitangabe bezieht sich wohl auf die Nennung der Burgherren am ursprünglichen Sitz Rammelstein.
 
Putz mit Holzabdrücken
In der größten Höhle sind gut erkennbare Überreste von Einbauten erhalten. Hier handelt es sich um eine so genannte Bohlenstube, ein heizbarer Raum, der auf süddeutschen Burgen relativ häufig anzutreffen ist. An der Innenseite der verfallenden Mauern haben sich im Putz deutlich sichtbar die Maserungen der Holz-Bohlen eingedrückt. Die Stube war innen komplett mit ihnen verschalt. Rechts hinten in der Höhle hat sich die Nische des zugehörigen Ofens erhalten - nur durch diese Konstruktion, die an eine finnische Sauna erinnert, ließ sich der Raum im Winter überhaupt warm halten.

Ofennische mit Rußresten
Verwunderlich ist, dass im späten Mittelalter ein so unkomfortabler und verteidigungstechnisch ungünstiger Platz für eine Burg gewählt wurde. Sie war vom darüber liegenden Plateau aus extrem angreifbar, man konnte den Bewohnern im wahrsten Sinne des Wortes problemlos aufs Dach steigen. Grund für die Platzauswahl war wohl ausschließlich das nahegelegene Hammerwerk. So wundert es nicht, dass die Burg schon im 16. Jahrhundert nicht mehr bewohnt war, obwohl sie nicht zerstört wurde, wie die Abbildung von 1718 vermuten läßt. Der heutige, schlechte Zustand der Burgruine wurde durch die Nutzung als Steinbruch und den fortschreitenden Verfall in letzter Zeit verursacht.
 


Wissenswertes


Bergfried und im Hintergrund Schloss Eichhofen (Zum Vergrößern anklicken!)
Burgruine Loch liegt an einer malerischen Strecke entlang der Schwarzen Laaber, die sich hervorragend für (Rad-)Wanderungen eignet. Weitere, lohnenswerte Ziele in der Nähe: Schönhofen (Wanderungen, Klettern) und Eichhofen (Schloss und Brauerei). Durch das Tal der Schwarzen Laber führt ein Burgensteig, der Loch mit den Burgen Laaber und Ehrenfels verbindet.
 


Weitere Fotos

Wand des Palas (Zum Vergrößern anklicken!) Bauten in der Höhle Aborterker im Bergfried (Zum Vergrößern anklicken!)

Karte


 


Skalierbare Karte auf openstreetmap.de:
http://openstreetmap.de/karte.html?zoom=17&lat=49.01598&lon=11.92902&layers=B000TT



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***Bewertung: Eine der interessantesten Anlagen der Oberpfalz!
 
Weitere Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Loch_(Eichhofen)
http://www.foerderkreis-burgruine-loch.de
http://www.hdbg.eu/burgen

Literatur:
A. Boos: Burgen im Süden der Oberpfalz, S. 429 f.
U. Pfistermeister: Burgen der Oberpfalz
F. W. Krahe: Burgen des deutschen Mittelalters
Süddeutsche Zeitung vom 24.11.2008: "Burg ohne Herrn"

Erstellt 3/2001, aktualisiert 05/2012.