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Burg Hof am Regen

Stadt Nittenau, Landkreis Schwandorf, Oberpfalz
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Burg Gesamtansicht


Lage und Zugänglichkeit


 
Burg
Burg Hof am Regen liegt fast direkt an der Regentalstraße von Regenstauf nach Nittenau in der Nähe des Regenknies. Sie ist von der Straße aus gut zu sehen. Die Infostelle im Torhaus hat von 1. Mai bis zum 31. Oktober von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Der sehenswerte Turm mit der Kapelle öffnet nur nach Absprache. Näheres im Touristikbüro Nittenau unter 09436/902733. Führungen auch unter http://www.der-kastelan.de.ms.

Geschichte




Fenster im Kapellenturm
Ein Marchwardus von dem Hove wird um das Jahr 1158 im Gefolge des bayerischen Pfalzgrafen Friedrich genannt. Die Verbindung zu Hof am Regen ist aber nicht gesichert. In herzoglichen Urkunden ist zum ersten Mal 1204 von den Brüdern "Eberhard und Rudiger de curia" die Rede. Otto von Hof war 1265 Vizthum in der wichtigen bayerischen Hochburg Lengenfeld. Eberhard ist 1284 sogar als Hofmeister der Herzogin aufgeführt - ein wichtiges Ehrenamt und laut dem Historischen Atlas von Bayern "einer der bedeutendsten Gunsterweise des Landesherrn". Alles Beweise, dass die Hofer zu den angesehensten Ministerialengeschlechter der Wittelsbacher zählten.

Kartenausschnitt von Weiner 1579
Schnell spaltet sich das Geschlecht in weitere Zweige auf, die sich auf die Burgen der Umgebung verteilen. Ab 1316 erscheint Hermann von Hof als Ministeriale auf dem nahen Chadolzstein - dem heutigen Schloss Karlstein. 1318 verpfändet Ludwig der Bayer seine Burg in Stefling an Eberhard von Hof. 1340 erbaut dieser Eberhard die Burg Lobenstein neu und nimmt dort seinen Sitz. Weitere Sitze der Familie waren u.a. in Sengersberg, Hirschling, Sünching bei Regensburg, Neuhaus (direkt auf der anderen Regenseite) und auf Schloss Kürn zu finden. Während die Hofer von Lobenstein noch heute in Württemberg leben, sind die Hofer von Hof wohl gegen Ende des 14. Jahrhunderts ausgestorben. Ihre Burg geht 1489 an Jörg Pleysteiner, der die gotische Ausmalung der Kapelle veranlasst. Danach weiter häufige Besitzerwechsel, 1805 brennt die Burg ab, wird aber wieder instandgesetzt. Der Turm diente bis vor kurzem einem Bewohner als Taubenschlag, wurde aber in letzter Zeit von der Stadt Nittenau vorbildlich restauriert.

Beschreibung



Grundriss aus dem 17. Jh.
Prominenter Rest der hochmittelalterlichen Burg ist der beeindruckende Turm aus mittelgroßen, sorgfältig gehauenen Quadern. Er ist 15 m hoch, die Mauern 1,5 m stark. Der originale Zugang lag in mehreren Metern Höhe rechts noch über dem heutigen, der im Nachhinein angelegt wurde. Im unteren Geschoss die romanische Kapelle mit sehenswerten spätgotischen Wandmalereien, die gerade aufwändig restauriert worden sind. Sie zeigen eine Kreuzigungsszene, die Heiligen Petrus, Georg, Barbara und andere. Das schmale Kapellenfenster ist in seiner heutigen Form wohl eine neuere Zugabe, was an den andersfarbigen Steinen gut abzulesen ist.

Von einer kleinen Adelsempore kommt man über eine in der Mauer verlaufende Treppe in die beiden Wohn- oder Wehrgeschosse, deren oberstes später aufgesetzt wurde. Ein kleiner Raum befindet sich abgetrennt über dem Kapellenchor, sein Zweck ist rätselhaft. In der Forschung wird diskutiert, ob das Gebäude von Anfang an als Kapellen-Wohnturm konzipiert war, oder ob eine bestehende Kirche einfach überbaut wurde.

Der Zugang zur Burg erfolgt durch ein gegiebeltes Torhaus aus späterer Zeit. Der Turm selbst ist heute umgeben von moderneren Wohngebäuden, die sich aber teilweise auf mittelalterliche Fundamente der Ringmauer stützen. Im Westen hat sich ein flacher Graben erhalten, der früher die ganze Anlage umzog, im Süden ein Gehöft mit Tor, das einmal als Vorburg diente.
 

Wissenswertes



Burg im Regental
Im malerischen und ursprünglichen Regental liegen eine Reihe von Schlössern, Burgen und Burgruinen: Stefling, Stockenfels, Hirschling, Ramspau, Forstenberg. Sie sind durch den Regentaler Burgensteig verbunden, der zu Wanderungen einlädt. Auch per Rad und auf dem Fluss per Kanu ist die Gegend gut zu erkunden.
 

Burg von Westen mit neueren Zubauten


 

 
 
 

Karte


 


Skalierbare Karte auf openstreetmap.de:
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***Bewertung: Vor allem der Kapellenturm ist beeindruckend
 
Literatur:
Ursula Pfistermeister: Burgen der Oberpfalz
Historischer Atlas von Bayern I/44, S. 80 f
Franz Joseph Vohburger: Die Geisterburg Stockenfels, S. 42 f.

Weitere Informationen:
Burg Hof am Regen bei Wikipedia

Erstellt 4/2012.