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Burgruine Brennberg

(Landkreis Regensburg, Oberpfalz)

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Oberbrennberg



Geschichte


 
Kartenausschnitt bei Apian 1568
"Chuno de brennenberch" wird 1171 als Ministeriale des Regensburger Bischofs genannt. Aus dieser Zeit stammt wohl auch die Burg. Die Blüte des Geschlechts fällt ins 13. Jh.: Reimar I. von Brennberg tritt 1230 als Zeuge in einer italienischen Urkunde Kaiser Friedrichs II. auf. Die Brennberger sind als Truchsesse bald auch Lehensträger des bayerischen Herzogs, sie können aber die Oberherrschaft des Regensbuger Bischofs nicht abschütteln, wie es anderen Rittergeschlechtern gelingt (z.B. den Ehrenfelsern).
 


Ermordung Reimars von Brennberg (Zum Vergrößern bitte anklicken!)
Reimar II. ist ein berühmter Minnesänger. Er schuf den "Bremberger Ton", ein Liedmuster, das auch andere Minnesänger benutzten. Bei der Darstellung seines Todes irrt aber das Liederbuch "Codex Manesse": Die Geschichte betrifft seinen Neffen Reimar III. Sein Tod im Jahre 1276 wurde dort eindrucksvoll festgehalten: Regensburger Schergen stoßen ihm einen Dolch von oben ins Haupt und ein Schwert in die Brust. Der Grund für das Attentat ist bis heute unklar, und liegt wohl in Auseinandersetzungen zwischen den Bürgern und dem Bischof, dessen Ministeriale Reimar war. Um das Geschlecht vor dem Aussterben zu bewahren, beendet der Brennberger Bruno seine kirchliche Karriere als Domherr, heiratet und tritt die Herrschaft auf der Burg an. Aber langfristig nutzte es nichts: sein Sohn Reimar IV. stirbt 1326 ohne männliche Nachkommen. Vorher hatte er noch das nahe Kloster Frauenzell gegründet.
 
Wappen der Auer zu Brennberg
Die Burg erbt Friedrich Auer, ein streitbarer Geselle, der eine Tochter Reimars geheiratet hatte und Bürgermeister von Regensburg war. Friedrich wurde 1334 aus der Stadt vertrieben, weil er sich mit den Zünften gegen die anderen Patrizier verbündet hatte. In der Folge macht er Brennberg zu seinem Haupsitz, lässt die Burg ausbauen und führt mit seinen Verwandten einen Kleinkrieg gegen die Reichsstadt von verschiedenen Stützpunkten in der Umgebung aus, darunter Stockenfels und Adelburg. 1366 wird Brennberg zwischen zwei Söhnen Friedrichs aufgeteilt. 1466 geht Oberbrennberg an die Nußberger, 1567 gelangt auch Niederbrennberg in ihren Besitz. 1571 Verkauf an Kaspar von Lerchenfeld, dessen Familie das Gut bis 1776 behält. 1834 an den Fürsten von Thurn und Taxis, die kein Interesse an den Schlössern zeigen: sie lassen sie verfallen und schließlich abtragen. 1935 übernimmt die Gemeinde die Ruine, seither Sicherung des Bestehenden.
 
 

Grundriss


 
Grundriss


Beschreibung


 
Ruine Brennberg zeigt ihre Vergangenheit als Ganerbenburg deutlich an, sie gliedert sich in zwei Teile, die durch einen zentralen Hof verbunden sind. Heute sichtbar v.a. die Reste von Oberbrennberg auf dem Bergrücken. In der Nordwestecke der mehreckige Auerturm aus dem 14. Jahrhundert. Er deckte den Zugang zur Burg, der ursprünglich südlich am urtümlich anmutenden Wohnturm vorbei lief, später aber um die Burg zum Hof geführt wurde. Nebenan der U-förmige "Münchstein", offenbar ein Brunnenturm.

Südlich vor dem "Münchstein" die erst kürzlich entdeckten Fundamente eines weiteren einen kleinen Turms, der später abgetragen wurde. Östlich schließt sich vor dem Hof ein riegelartiges, großes Schlossgebäude aus dem 17. und 18. Jh. an, an dessen Stelle früher wohl der Palas zu finden war. Von der Burgkapelle, auf dem Stich noch sichtbar, findet sich heute noch wenige Reste südlich unter dem Burgkreuz. Die romanische Kapelle ist mit einer Apsis ausgestattet.

Von Niederbrennberg ist heute nur noch der Bereich des ehemaligen Wartturms auf dem Felssockel zwischen den beiden Burgteilen zu sehen. Auf dem sanierten Unterbau wurde in jüngerer Zeit ein Aussichtsturm aus Holz errichtet. Im Sockel sind noch Buckelquader eines Vorgängerbaus, vielleicht eines Bergfrieds, zu erkennen.

Die Wohngebäude von Unterbrennberg schlossen sich an diesen Bauteil im Osten an: Sie standen mit dem Wartturm verbunden auf einer Terrasse unterhalb des Felsens. Eine in den Felssockel des Turmbaus geschlagene Treppe ins Nirgendwo ist der letzte Zeuge diese Bauten. Der Stich zeigt die einstige Form noch deutlich. Erhalten ist außerdem die Vorburg mit Getreidekasten und einige Reste der Umfassungsmauer.

Stich von Wening um 1700


 
Brennberg 1821


Weitere Fotos (Anklicken!)



Auerturm (Zum Vergrößern bitte anklicken!) Eingang zur Vorburg (Zum Vergrößern bitte anklicken!)

Eingang zur Hauptburg (Zum Vergrößern bitte anklicken!) ehemaliger Wartturm (Zum Vergrößern bitte anklicken!) Palas von Oberbrennberg (Zum Vergrößern bitte anklicken!)

 

Wissenswertes


 
Auerturm
Faszinierend vor allem die Aussicht vom Holzturm aus. Nahebei liegen Ruine Heilsberg, Burg Falkenstein und Schloss Wörth an der Donau, die ebenfalls von den Regensburger Bischöfen gegründet wurden und einen Besuch lohnen. Ideal verbunden sind diese Burgen durch die Wanderwege des Brennberger Burgensteigs, der auch ausfühliche Infotafeln des Ritters "Wonnebold" bietet.
 

Karte


 

Skalierbare Karte auf openstreetmap.de:
http://openstreetmap.de/karte.html?zoom=14&lat=49.07159&lon=12.39485&layers=B000TT



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***Bewertung: Schöne Anlage und vor allem wunderbare Aussicht
 
Literatur:
A. Boos: Burgen im Süden Oberpfalz, S. 118 f
U. Pfistermeister: Burgen der Oberpfalz
F. W. Krahe: Burgen des Deutschen Mittelalters

 
Erstellt 6.5.2001, aktualisiert und neue Fotos 2/2009.